
Was heißt Gymnastizierung beim Pferd?
Gymnastizieren heißt, dein Pferd so zu trainieren, dass es sich selbst und später dein Gewicht gesund tragen kann. Es geht nicht um Kondition und nicht darum, das Pferd müde zu machen. Es geht darum, dass es gerader, beweglicher und tragfähiger wird.
Ich bin Jeannine Licht und unterrichte im Reitkunstzentrum Südbaden in Bad Bellingen klassische Reitkunst. Diese Seite beantwortet das Wozu. Wie du es konkret machst, steht auf den drei Seiten weiter unten.
Woran du erkennst, dass dein Pferd Gymnastizierung braucht
Das häufigste Zeichen ist eines, über das sich viele wundern: dein Pferd wird trainiert und muskelt trotzdem nicht auf. Es läuft, es schwitzt, und der Rücken bleibt, wie er war. Dazu kommen Pferde, die auf einer Hand deutlich schlechter gehen als auf der anderen, die sich schwer stellen lassen oder die unter dem Sattel ständig aus der Balance fallen.
Das ist kein Charakterproblem und meistens auch kein Ausbildungsstand. Es ist ein Kraft- und Balanceproblem, und genau da setzt Gymnastizierung an.
Die drei Ziele
Losgelassenheit
Losgelassenheit erkennst du am Abkauen, an einem schwingenden Rücken und daran, dass dein Pferd sich fallen lässt statt sich festzuhalten. Umgekehrt gilt: was das Abkauen verhindert, macht dein Pferd im ganzen Körper fest. Deshalb achte ich schon beim Equipment darauf, nichts zu eng zu verschnallen.
Anlehnung
Anlehnung entsteht nicht an der Hand, sondern von hinten. Das Pferd muss den äußeren Zügel verstehen, dann kann es sich viel einfacher ausbalancieren. Genau das braucht es, um Reitergewicht gesund und verständlich zu tragen. Am schnellsten geht das für mich an der Doppellonge, weil ich dort einwirken kann, ohne oben zu sitzen.
Rückentraining und Tragkraft
Tragkraft entsteht, wenn die Hinterhand unter den Schwerpunkt tritt und der Rücken aufwölbt. Nicht durch Kilometer, sondern durch Übungen, in denen dein Pferd nicht ausweichen kann. Deshalb sind kleine Figuren und Seitengänge wirksamer als lange Runden.
Warum dein Pferd trotz Training nicht aufmuskelt
Weil Bewegung allein keine Muskeln macht. Ein Pferd, das auf dem großen Zirkel im flotten Tempo läuft, kann das jahrelang tun und trotzdem nicht aufmuskeln. Muskeln entstehen dort, wo dein Pferd tragen und ausbalancieren muss, also auf kleinen Figuren, im langsamen Tempo, in Seitengängen.
Meine Regel dazu ist immer dieselbe: bleib lieber kleiner und näher dran. Erfolg kommt durch kleine Schritte, nicht durch schnelle.
Die drei Wege dorthin
Gymnastizierung ist kein eigenes Verfahren, sondern das Ziel. Diese drei Wege führen bei mir hin, und du kannst sie kombinieren:
Seitengänge
Der direkteste Weg. Im Seitengang kann dein Pferd nicht ausweichen und muss die innere Hinterhand unter den Schwerpunkt setzen. Zu den Seitengängen
Handarbeit
Alles vom Boden aus, mit klarer Sicht auf die Beine und ohne dein Gewicht. Besonders für junge und für unsichere Pferde. Zur Handarbeit
Longe und Doppellonge
Auf Abstand, mit der Möglichkeit, Reiterhilfen zu erklären, bevor du aufsteigst. Mein liebstes Werkzeug für Tragkraft. Zum Longieren
Gymnastizierung bei alten, verletzten und unreitbaren Pferden
Nicht jedes Pferd wird geritten, und nicht jedes soll es. Für alte, verletzte oder unreitbare Pferde biete ich unterstützendes Aufbau- und Gymnastizierungstraining an. Der Rücken eines Pferdes braucht Arbeit, auch wenn niemand mehr darauf sitzt.
Hier fehlt noch Deins, Jeannine: zwei bis drei Sätze zu diesem Angebot aus deiner Praxis. Auf der Beritt-Seite steht es als eine Zeile in der Liste, sonst nirgends. Ein konkretes Beispiel von einem Reha-Pferd bei euch würde diesen Abschnitt tragen, und Konkurrenz hast du dort keine.
Häufige Fragen
Was bedeutet Gymnastizierung beim Pferd?
Gymnastizierung ist Training mit dem Ziel, dass dein Pferd gerader, beweglicher und tragfähiger wird und sein eigenes Gewicht sowie später das des Reiters gesund tragen kann. Es geht nicht um Kondition, sondern um Balance und Tragkraft.
Wie bekomme ich mein Pferd in Anlehnung?
Nicht über die Hand, sondern von hinten. Dein Pferd muss den äußeren Zügel verstehen, dann kann es sich ausbalancieren und sucht die Anlehnung von selbst. An der Doppellonge lässt sich das erklären, ohne dass dein Gewicht auf dem Rücken liegt.
Wie baue ich beim Pferd Rückenmuskulatur auf?
Über Übungen, in denen dein Pferd tragen muss: kleine Figuren, langsames Tempo und Seitengänge. Lange Runden auf dem großen Zirkel bauen keinen Rücken auf, egal wie oft du sie läufst.
Woran erkenne ich Losgelassenheit beim Pferd?
Am Abkauen, an einem schwingenden Rücken und daran, dass dein Pferd sich fallen lässt statt sich festzuhalten. Alles, was das Abkauen verhindert, etwa ein zu eng verschnallter Kappzaum, macht dein Pferd im ganzen Körper fest.
Wie lange dauert es, bis ein Pferd aufmuskelt?
Das hängt vom Pferd ab, und ich verspreche hier bewusst keine Wochenzahl. Was ich sagen kann: die Richtung ändert sich schneller als die Optik. Ein Pferd, das sich besser ausbalanciert, fühlt sich früher anders an, als es aussieht.
Kann man ein altes oder verletztes Pferd noch gymnastizieren?
Ja. Für alte, verletzte und unreitbare Pferde gibt es unterstützendes Aufbau- und Gymnastizierungstraining vom Boden aus. Der Rücken braucht Arbeit, auch wenn niemand mehr darauf sitzt.
Wie wir im Reitkunstzentrum Südbaden gymnastizieren
Jede Einheit sieht anders aus: Bodenarbeit, Handarbeit, Doppellonge oder geritten, immer danach, was dein Pferd an diesem Tag mitbringt und braucht. Wenn du einen roten Faden für euch beide willst, ist die 1-zu-1-Begleitung der Weg dahin.
Wir sind in Bad Bellingen zu Hause, erreichbar aus Müllheim, Lörrach, Freiburg und dem Raum Basel. Von Ende August bis Anfang Dezember 2026 bin ich in Babypause, in dieser Zeit finden keine Kurse statt.