Handarbeit mit dem Pferd
Die klassische Handarbeitsposition, Schritt für Schritt aufgebaut

Was ist Handarbeit beim Pferd?
Handarbeit heißt: du arbeitest neben deinem Pferd, nicht auf ihm, und erklärst ihm von unten genau die Hilfen, die es später unter dem Sattel verstehen soll. Du stehst dabei in einer festen Position an seiner Seite, führst mit Gerte und Zügel und baust Lektionen auf, die vom Rücken aus viel schwerer zu vermitteln wären.
Ich bin Jeannine Licht und unterrichte im Reitkunstzentrum Südbaden in Bad Bellingen. Handarbeit ist für mich kein Ersatz fürs Reiten, sondern die Vorarbeit dazu. Sie schult dein Pferd körperlich in Balance, baut Kraft auf und erklärt ihm eine verständliche Hilfengebung, lange bevor dein Gewicht dazukommt.
Handarbeit oder Bodenarbeit, wo ist der Unterschied?
Bodenarbeit ist der Oberbegriff für alles, was du vom Boden aus mit deinem Pferd machst: führen, Gelassenheit, Freiheitsdressur, Zirkuslektionen, Longieren, Handarbeit. Handarbeit ist ein Teil davon, und zwar der Teil mit der klarsten Aufgabe.
Der Unterschied liegt im Ziel. Bei vielen Bodenarbeitsübungen geht es um Vertrauen, Aufmerksamkeit und darum, dass dein Pferd dir folgt. In der Handarbeit geht es um Biomechanik: Wie stellt dein Pferd seine Beine, wie trägt es sich, wie baut es Muskeln auf. Beides ist sinnvoll, aber es ist nicht dasselbe.
Die klassische Handarbeitsposition
Die Position ist das Fundament. Steht sie, funktioniert alles Weitere fast von allein. Steht sie nicht, wirst du schieben und ziehen und dich wundern, warum dein Pferd nicht versteht, was du willst.
Hier fehlt noch Deins, Jeannine: die klassische Handarbeitsposition in drei bis vier Sätzen, so wie du sie im Kurs erklärst. Wo stehst du in Bezug auf die Schulter, wie hältst du Gerte und Zügel, wohin schaust du? Das steht in keinem deiner Texte, und es ist genau die Stelle, an der eine Fachleserin merkt, ob jemand das selbst macht.
Was du in der Handarbeit erarbeitest
Mein Handarbeits-Kurs hat inzwischen über 20 Übungen und wächst weiter. Das sind die vier Bereiche, in die sie fallen:
Seitengänge an der Hand
Alle Seitengänge lassen sich an der Hand aufbauen. Dein Pferd lernt die Bewegung, ohne dein Gewicht ausbalancieren zu müssen, und du siehst von unten sofort, was die Beine wirklich tun.
Alle Gangarten
Handarbeit hört nicht im Schritt auf. Trab und Galopp gehören dazu, sobald die Basis sitzt.
Varianten der Handarbeitspositionen
Je nach Übung und Pferd wechselst du die Position. Das ist der Punkt, an dem Handarbeit aufhört, ein starres Schema zu sein.
Höhere Lektionen
Was viele überrascht: auch die höheren Lektionen der klassischen Reitkunst erarbeitet man zuerst an der Hand.
Was dein Pferd vorher können muss
Handarbeit ist Step 2 bei mir, und das hat einen Grund. Bevor ihr in die Position geht, braucht ihr eine gemeinsame Sprache. Das sind die Bausteine aus Step 1:
- Start und Stopp
- Rückwärtsrichten
- Shiften, also das Gewicht verlagern
- Vorhand und Hinterhand einzeln verschieben
- Abkau-, Nachgebe- und Abbiegeübungen
Jede dieser Übungen baut auf der vorherigen auf. Wenn sie sitzen, kannst du später immer wieder auf diese Basis zurückgreifen, egal ob es um Handarbeit, Doppellonge oder das Reiten geht.
Arbeit am Langzügel
Der Langzügel ist die logische Fortsetzung: du gehst weiter hinter dein Pferd und arbeitest mit mehr Abstand, behältst aber die Einwirkung. Bei mir gehört er in dieselbe Familie wie Handarbeit und Doppellonge, weil es immer um dasselbe geht. Dein Pferd soll verstehen, was du willst, ohne dass du oben sitzt.
Häufige Fragen
Was ist Handarbeit beim Pferd?
Handarbeit ist Training neben dem Pferd aus einer festen Position heraus, bei dem du ihm die Hilfen erklärst, die es später unter dem Sattel verstehen soll. Sie schult Balance und Kraft, ohne dass dein Gewicht dazukommt.
Was ist der Unterschied zwischen Handarbeit und Bodenarbeit?
Bodenarbeit ist der Oberbegriff für alles vom Boden aus, von Gelassenheitstraining bis Freiheitsdressur. Handarbeit ist der Teil davon, bei dem es um Biomechanik geht: wie dein Pferd sich stellt, trägt und dabei Muskeln aufbaut.
Wie fange ich mit der Handarbeit an?
Mit der Basis, nicht mit der Position. Dein Pferd sollte Start und Stopp, Rückwärtsrichten und das einzelne Verschieben von Vorhand und Hinterhand verstehen. Danach kommt die klassische Handarbeitsposition dazu.
Welches Equipment brauche ich für die Handarbeit?
Weniger, als die meisten denken. Wie beim Longieren gilt bei mir: je feiner und leichter die Ausrüstung, desto feiner kannst du kommunizieren. Ein gutes Gefühl in der Hand schlägt jedes teure Zubehör.
Kann ich Seitengänge in der Handarbeit üben?
Ja, alle. Das ist einer der größten Vorteile der Handarbeit: dein Pferd lernt Schulterherein, Travers und die übrigen Seitengänge, bevor es sie zusätzlich mit Reitergewicht ausbalancieren muss.
Was muss mein Pferd können, bevor wir mit Handarbeit anfangen?
Es sollte sich am Kopf beeinflussen lassen, deine Körpersprache lesen, die Gerte verstehen und auf deine Stimme reagieren. Das sind dieselben Voraussetzungen wie fürs Longieren.
Handarbeit lernen: Onlinekurs, Unterricht und Beritt
Im Onlinekurs Step 2, Let’s go Handarbeit findest du alle Übungen kleinschrittig erklärt, über 20 Stück, und der Kurs wächst weiter. Einmal gekauft hast du dauerhaft Zugang und arbeitest in deinem Tempo. Dazu gibt es regelmäßig Zoom-Termine, und du kannst jederzeit Videos von dir hochladen und bekommst Rückmeldung.
Fehlt dir die Basis, fang mit Step 1, Deine Best Basics an. Vor Ort in Bad Bellingen arbeiten wir an der Handarbeit im Unterricht und im Beritt. Von Ende August bis Anfang Dezember 2026 bin ich in Babypause, die Onlinekurse laufen weiter.